Anziehend Blogserie Teil 2

Von Jessi|Januar 21, 2020|Allgemein, Thema Anziehend|

Unsere Nähkurse

Nähkurse waren ein in meinem Businessplan gar nicht so fest eingeplanter Teil, wie er wurde. Ichdachte, man kann ab und zu mal Events oder Kurse im Laden durchführen, aber ich hatte nie erwartet, dass es so eine wichtige Säule für uns werden wird.Schon im alten Laden habe ich auf einer Empore genäht und dann sehr häufig Fragen dazu bekommen und immer wieder die Aufforderung, doch mal Nähkurse anzubieten.Nach der gefühlt hundertsten Frage habe ich mich dann entschlossen, dass mal zu probieren.

Im Oktober 2012 startete der erste Kurs und es wurden viele weitere. Die Kurse entwickelten sich zu einer Art Selbstläufer und egal wie viele ich anbot, sie waren stets ausgebucht.Bald hatte ich drei Arten Kurse im Angebot – den Grundkurs für Anfänger, den Erweiterungskurs für etwas fortgeschrittenere Näherinnen und den Mütterkurs für alle die gerne für Babys oder Kleinkinder nähen wollten.Aus einem Kurs in der Woche wurden irgendwann 5 und lange Zeit habe ich die alle alleine gehalten. Neben den damaligen Öffnungszeiten war das eine wahnsinnige Aufgabe.Obwohl ich es nie geplant hatte, merkte ich schnell, dass mir das Abhalten der Kurse große Freude bereitet und immer wieder neue, ganz unterschiedliche Menschen kennenlernen eine großartige und bereichernde Sache ist. Und so wurde es mehr und mehr. Bis es für eine Person wirklich gar nicht mehr zu schaffen war.

Zunächst änderte ich die Öffnungszeiten, dass wir erst am Mittag das Anziehend öffneten, denn die Kurse waren außer einem immer abends und bis ichFeierabend hatte war meist 22.30 Uhr und bis man dann schläft noch einiges später. Dies ist auchbis heute der Grund, warum wir erst um 12 Uhr öffnen. Wenn man fast jeden Abend bis nach 22 Uhr arbeitet, braucht man einfach auch noch etwas Pause vor dem nächsten Arbeitsbeginn.Als auch das nicht gereicht hat, habe ich meine erste Aushilfe, Janis, eingestellt. Sie hielt von da ab immer den Kurs am Mittwochabend und manchmal auch andere und kam außerdem einen Tag in der Woche ins Anziehend um mich beim Verkaufen und Produzieren zu entlasten.Heute hat diesen Job Selina, die nun bereits seit über 2 Jahren diverse Kurse im Anziehend hält. Mit demselben Spaß daran, wie ich ihn auch immer noch habe.Ich denke, die Kurse sind eine hervorragende Gelegenheit, um selbst wieder kreativ zu werden. Viele arbeiten nur noch am PC und nur wenige erschaffen noch etwas mit ihren eigenen Händen. Da ist das Nähen eine sinnvolle Ergänzung und ein entspannender Ausgleich.

Eine lockere Atmosphäre, Lockerheit aber auch eine gewisse Strenge und super Ergebnisse sind uns immer wichtig und wir versuchen jeden Teilnehmer immer wieder ein Stückchen besser und sicherer an der Nähmaschine werden zu lassen.Viele unserer Kursteilnehmer kommen immer und immer wieder und dies zeigt uns, dass wir mit unserem Programm, aber auch mit unserer Art den Kurs zu leiten, wohl nicht so falsch liegen.In Zeiten von Fast Fashion ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich lieber selbst etwas nähen. Oder kleinere Korrekturen an gekauften Sachen durchführen können, und ihnen so den Lebenszyklus im Schrank verlängern können. Oder reparieren können, gerade bei Müttern eine immer wieder aufkommende Herausforderung. Ich denke einen oder auch mehrere Nähkurse zu besuchen ist etwas, dass sehr nachhaltig ist. Im besten Fall hat man ein neues, lebenslanges Hobby, dass einen erfüllt und immer die Möglichkeitbietet eigene Ideen umzusetzen und kreativ zu sein. Im schlechtesten Fall weiß man, wie man eine Nähmaschine einfädelt und kommt mit der Handhabung so gut zurecht, dass man sich seine Hose oder Gardine selbst kürzen kann, einen Reißverschluss austauschen kann oder kleine Geschenke selbst herstellen kann. Man kann also nur gewinnen.

Teammitglied Jessi

  • Seit wann arbeitest Du im Anziehend?

Seit August 2018

  • Wie kam es dazu?

Ich kannte schon vorher Kristin und ihr Anziehend. Sogar noch aus Zeiten des alten Anziehend. Ich hatte damals ein eigenes Label, das auch im Anziehend vertreten war und somit haben wir immer wieder Kontakt gehabt. Kristin hat im August 2018 Verstärkung im Team benötigt und hatte mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte bei ihr zu arbeiten. Und seitdem bin ich ein Teil des Teams.

  • Wie sieht ein für dich normaler Arbeitstag im Anziehend aus?

Ich nähe im Anziehend einen Teil der Kollektion und bin für die Fotos zuständig. Kümmere mich um die Webseite und den Shop. Vieles kann ich von zu Hause aus machen, was das Arbeiten sehr flexibel für mich macht.

  • Was machst Du gerne?

Ich mache einfach alles gerne, da der Job im Anziehend genau meine Interessen und Vorlieben abdeckt. Ich nähe gerne und bin immer wieder gespannt, was Kristin in die Zuschnitt-Tüten packt. Da sie öfter neue Schnitte, vorallem zum Jahreszeitenwechsel plant, ist es immer wieder eine kleine Überraschung, was aus den Stoffen wird. Da ich auch gerne fotografiere und Social Media begeistert bin, sind alle meine Bereiche abgedackt, die ich gerne mache.

  • Was machst Du nicht gerne?

Anfangs war ich auch im Laden im Verkauf, was ich persönlich dann lieber gegen die anderen Tätigkeiten eingetauscht habe.

  • Welche Ausbildung hast Du, was hast Du vorher gemacht? Oder was machst Du noch weiteres beruflich?

Ürsprünglich war ich mal Arzthelferin mit der Weiterbildung zur Assistenz für klinische Studien.

  • Hast du eine besonders skurrile/lustige/verrückte Geschichte über das Anziehend parat?

Skurril eher nicht. Lustig ist es im Anziehend immer. Wir haben immer was zum quatschen und zu lachen. Aber ich finde es immer sehr schön, wenn ich das Schaufenster bamalen darf. Da hatte ich schon einige Glücksmomente, wenn z.B. Kinder mit großen Augen vor mir stehen und verzeubert sind oder wenn Leute vorbei laufen und mir applaudieren oder ich ein nettes Lächeln im vorbei gehen bekomme.

  • Wie würdest Du unsere Mode beschreiben?

Passend für jeden Anlass und für jeden ist ein perfekter Schnitt dabei. Von ausgefallen bunt bis schlicht und alltagstauglich.

  • Wo denkst Du können wir uns noch verbessern?

Onlinepräsenz.

    • Wo denkst Du sind wir bereits richtig gut?

Unsere Beratung im Laden ist immer top. Wir gehen ganz persönlich auf die Kunden ein und können uns wirklich dafür Zeit nehmen. Die Planung im allgemeinen ist einfach super. Ich denke das Team ist unter Kristins Leitung total zufrieden und jeder liebt es im Anziehend zu arbeiten und ein lokales Unternehmen zu unterstützen.

Der Teufel liegt im Detail

Es gibt sehr viele kleine Dinge, die das Bild eines Unternehmens abrunden.Wie sieht die Homepage aus, gibt es regelmäßig Neuigkeiten auf den sozialen Medien, passt das Logozur Ladeneinrichtung, wie sehen die Preisschilder aus… Es sind wirklich viele, viele Kleinigkeiten, die im Alltagsgeschäft oft zu kurz kommen, auf der anderen Seite aber auch immer viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als man so denkt.Ich habe immer viele Ideen, was ich gerne verbessern möchte. Aber meist fehlt entweder die Zeit dafür oder das Geld oder mir das Wissen dazu, wie man das machen kann.

Und so arbeite ich von Anfang an mit dem Konzept und dem Wissen, dass nicht alles von Beginn an perfekt ist, aber über die Jahre immer besser werden soll. Wer schon lange Kunde ist und einiges aufmerksam beobachtet, wird das auch sehen. Ob es die Preisschilder an der Kleidung sind, die Fotosdie wir online nutzen, die Vielfalt an Stoffen die wir verwenden.

Seit fast 1,5 Jahren habe ich mit Jessi nun eine sehr große Hilfe für all die kleinen Details an meiner Seite, die vieles in der Zeit weiter professionalisiert hat.Noch immer sehe ich sehr viel Verbesserungsbedarf in vielen Sachen, aber wir arbeiten kontinuierlichund Stück für Stück daran. Wir stehen nie still, sondern verbessern langsam all die Kleinigkeiten, die ich gerne verbessern möchte.Gerne hätte ich von Beginn an ein perfekt durchgestyltes und aufeinander abgestimmtes Unternehmen gehabt. Wenn man aber alles selbst finanziert und noch all die anderen Dinge finanzieren muss, war klar, dass das nicht gehen wird. Und so habe ich es lieber von Beginn an realistisch gesehen und die Dinge klein begonnen.Bevor Jessi da war gingen viele dieser kleinen Dinge immer nur mit Hilfe von lieben Freunden, die in einem jeweiligen Gebiet Spezialisten waren und mir da helfen konnten und wollten. Dafür war und bin ich sehr dankbar. Denn – und das kann man nicht oft genug sagen – ohne so viel großartige Hilfe im Umfeld kann man das alles alleine gar nicht schaffen.

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